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Fahrradstraße vom Esch bis zum BahnradwegDem Schrecken ein Ende

22.01.2026

Wie kann man eine Straße, die schon jetzt eine der beliebtesten und meistbefahrenen Radfahrerstrecken in Laer ist, sicherer und attraktiver machen? Wir hätten da eine Idee: Die Ausweisung als Fahrradstraße.

Die Straße vom Esch durch die Bauerschaft Altenburg bis zur Dehlbrücke ist eine der landschaftlich schönsten Strecken im Laerer Gemeindegebiet. Nach einem leichten Anstieg bietet sich von der Kapelle "Zu den fünf Wunden" ein Weitblick über das Dorf hinaus bis nach Altenberge. Entsprechend beliebt ist dieser Weg bei Radfahrern und Spaziergängern. Aber nicht nur für Erholungssuchende erfüllt diese Strecke eine wichtige Funktion. Sie stellt auch für die Alltagsmobilität für Radfahrer zwischen den Orten Laer und der Bauerschaft Altenburg, Horstmar und Darfeld eine wichtige Verbindung dar.

Was das Erlebnis für Radler und Fußgänger allerdings empfindlich stört, sind Autos, die oft mit nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs sind. Viele kennen die Situation: Ein Auto nähert sich von hinten. Als Radfahrer ist man auf der schmalen Strecke genötigt, möglichst weit rechts zu fahren und kommt dem Bankett gefährlich nahe. Das Auto überholt mit hohem Tempo in einem Abstand von weniger als einem Meter. Besonders für ältere Menschen und Familien mit Kindern sorgen ähnlich Begebenheiten immer wieder für Schrecksekunden.

Um solche gefährlichen Situationen in Zukunft wirksam zu verhindern und diese Strecke für alle Nutzer, besonders auch für Kinder und ältere Personen, sicherer und komfortabler zu gestalten, setzen wir uns dafür ein, dass diese Strecke als Fahrradstraße ausgewiesen wird.

Eckdaten

Streckenlänge1,8 km
Straßenbreite3,50 m
AusbauzustandAsphaltierter Wirtschaftsweg
Straßenmarkierungkeine
Geschwindigkeitsbegrenzung100 km/h

Streckenverlauf und Ausbauzustand

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Die Straße schließt am Ortsausgang an die Straße Esch an und verläuft als Wirtschaftsweg nach Westen durch die Bauerschaft Altenburg bis zur Dehlbrücke. Hier kreuzt die Straße den Bahnradweg von Coesfeld nach Rheine, über den die Orte Horstmar und Darfeld direkt erreichbar sind. Die Straße ist als etwa 3,50 m breiter Wirtschaftsweg mit größtenteils gutem Fahrbahnbelag ausgebaut. Es existiert keine Fahrbahnmarkierung.

Bedeutung für den Radverkehr

Im Radverkehrskonzept des Kreises Steinfurt ist der Abschnitt Teil des Nebenroutennetzes. Die Strecke verbindet Laer mit dem als Hauptroute ausgewiesenen Bahnradweg.1

Da es entlang der Landstraßen keine ausgebauten Radwege gibt, ist die Strecke für den Radverkehr die Hauptverbindung in die Nachbarorte Darfeld und Horstmar.2 Im erweiterten Umkreis dient sie auch als Verbindung nach Billerbeck und Burgsteinfurt.

Laut Pendleratlas 2024 pendeln 230 Menschen beruflich zwischen Laer und Horstmar. Durch die geringe Entfernung zwischen diesen beiden Orten bietet es sich besonders an, diese Strecke mit dem Rad oder dem E-Bike zurückzulegen.

Tourismus und Naherholung

Für den Tourismus und die Naherholung hat diese Strecke, nicht nur wegen ihrer landschaftlich schönen Lage eine große Bedeutung. Besonders an Wochenenden und Ferientagen wird die Route von Radfahrern und Fußgängern stark frequentiert. Einige wichtige touristische Anziehungspunkte sind von Laer aus über diese Strecke zu erreichen. Dazu zählen die Kapelle "Zu den fünf Wunden", die Oldenborg, das nahe Waldgebiet Strübberhoek, das Café am Bahnhof Horstmar und der Generationenpark in Darfeld. Umgekehrt ist diese Strecke für Radwanderer auf dem Bahnradweg die Hauptverbindung nach Laer. Im Knotenpunktsystem, das primär auf den regionalen Radtourismus ausgerichtet ist, verbindet der Abschnitt den Knotenpunkt 63 am Bahnradweg mit dem Knotenpunkt 60 an der Kreuzung von Darfelder Straße, Pohlstraße, Königstraße und Hohe Straße im Laerer Ortskern (siehe Karte).

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Nutzung durch den Autoverkehr

Für den Autoverkehr dient die Strecke primär zur Anbindung der Bauerschaft Altenburg an den Ort. Außerdem nutzen einige Autofahrer mit dem Ziel Horstmar diese Strecke als Alternative zur Landstraße L579, um so einen eventuellen Umweg durch den Ortskern zu vermeiden.3 Auch wenn ein Großteil der Autofahrer auf Radfahrer und Fußgänger Rücksicht nimmt, kommt es häufig vor, dass mit nicht angepasster Geschwindigkeit überholt wird. Durch die geringe Fahrbahnbreite von 3,50 m kann der außerorts vorgeschriebene Mindestabstand von 2 Metern beim Überholen generell nicht eingehalten werden. Radfahrer sind gezwungen bis nah an den Asphaltrand auszuweichen, wo wegen der Kante zu den Straßenbanketten eine große Sturzgefahr besteht. Auf der Strecke ist keine Höchstgeschwindigkeit ausgewiesen.

Bild zeigt, dass bei einem Überholvorgang nur etwa 50cm Platz zwischen PKW und Radfahrer bleiben.

Die Grafik rechts zeigt, dass beim Überholen von Radfahrern durch PKW lediglich ein Sicherheitsabstand von etwa 50cm verbleibt, wenn Radfahrer und Autofahrer nicht auf die Bankette ausweichen. Doch selbst dann ist es nicht möglich, die vorgeschriebenen 2m Sicherheitsabstand einzuhalten.

Warum wir uns für eine Fahrradstraße einsetzen

Wir möchten, dass diese Strecke für Radfahrer und Fußgänger sicherer und attraktiver wird. Da die Menge des Rad- und Fußverkehrs an sehr vielen Tagen im Jahr die Menge des Kraftfahrzeugverkehrs schon heute deutlich übersteigt, plädieren wir für eine wirksame Beruhigung des Verkehrs auf dieser Strecke, indem sie als Fahrradstraße ausgewiesen wird. Auf Fahrradstraßen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h und das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern ist explizit erlaubt. Der Kraftfahrzeugverkehr muss hier besondere Rücksicht auf Radfahrer nehmen und darf den Radverkehr nicht behindern.

Diese Maßnahmen würden den Radverkehr für alle, insbesondere für Freizeitradler und Radfahrer mit Kindern, deutlich sicherer und attraktiver machen. Aber auch Fußgänger würden stark von der Beruhigung des Verkehrs profitieren. Durch eine deutliche Beschilderung und Markierung der Strecke wird den Autofahrern klar vermittelt, dass Autos hier nur zu Gast sind und Radfahrer Vorrang genießen. Autofahrer würden wesentlich weniger zu gefährlichen Überholmanövern mit geringem Sicherheitsabstand verleitet und die Unfallgefahr würde spürbar sinken. Schrecksekunden durch gefährlich nah überholende Autos und notgedrungene Ausweichmanöver auf die Bankette würden weitgehend der Vergangenheit angehören.

Die Menge des Autoverkehrs kann durch diese Maßnahme reduziert werden, was auch dem Freizeit- und Erholungswert in diesem Gebiet zugute kommt. Eine Fahrradstraße rückt das Fahrrad als Verkehrsmittel stärker ins Bewusstsein der Menschen und sie werden motiviert für kürzere Strecken wie z.B. von und nach Horstmar, häufiger das Fahrrad zu verwenden. Allein schon angesichts der etwa 230 Berufspendler zwischen Laer und Horstmar deutet sich hier ein erhebliches Potential an. Außerdem wäre die Umsetzung durch die Aufstellung einiger Verkehrsschilder und der eventuellen Aufbringung von Markierungen auf der Fahrbahn sehr kostengünstig zu bewerkstelligen.

Eine Fahrradstraße wäre für Laer im Sinne nachhaltiger Mobilität und touristisch ein echter Gewinn.

Die Vorteile des Fahrrades gegenüber dem Auto

Gegenüber einem Auto hat der Umstieg aufs Fahrrad viele positive Effekte:

  • Geringeres Verletzungsrisiko für andere Verkehrsteilnehmer und spielende Kinder: Unfälle, an denen Kraftfahrzeuge beteiligt sind, führen deutlich häufiger zu schweren Verletzungen.
  • Keine Lärmbelästigung: Im Gegensatz zu Kraftfahrzeugen sind Fahrräder vollkommen geräuschlos unterwegs.
  • Kostengünstig: Radfahren ist kostenlos. Ein Fahrrad ist für jeden erschwinglich und kostet kaum Unterhalt.
  • Inklusiv: Verbesserung der Radinfrastruktur kommt allen Menschen zugute: Auch Kindern, Jugendlichen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
  • Gesundheitsfördernd: Radfahren hält fit und macht Spaß.
  • Abgasfrei und klimaschützend: Radfahren verursacht keine Emissionen und ist absolut klimaneutral.
  • Praktisch kein Verschleiß an der Infrastruktur: Fahrräder belasten die Infrastruktur praktisch nicht. Die Kosten für den Erhalt sind kurz- und langfristig erheblich geringer.4

Beispiele für Fahrradstraßen in der Umgebung

Es gibt in den umliegenden Kommunen schon einige Beispiele für vergleichbare Fahrradstraßen, die im Außenbereich ausgewiesen wurden:

  • Nünningsweg von Borghorst nach Burgsteinfurt
  • Von Darfeld nach Billerbeck
  • Von Eggerode nach Darfeld

Nünningsweg von Borghorst nach Burgsteinfurt

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Die 2,6 km lange Fahrradstraße zwischen Borghorst und Burgsteinfurt wurde 2021 eröffnet.

Die Straße ist für den Anliegerverkehr freigegeben. Eine beidseitige Beschilderung, rote Einfärbungen mit Piktogrammen und zusätzliche Betonkegel weisen deutlich auf den Beginn der Fahrradstraße hin.

In regelmäßigen Abständen wurden Piktogramme und rote Markierungen auf der Fahrbahn aufgebracht. Seitliche Fahrbahnmarkierungen sorgen für gute Sichtbarkeit, auch in der Dunkelheit.

Ein besonderes Hinweisschild kurz nach Beginn der Fahrradstraße bringt die Verkehrsregeln, die hier gelten, auf den Punkt.

Von Darfeld nach Billerbeck

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Die 3,7 km lange Fahrradstraße von Darfeld nach Billerbeck schließt in Darfeld an den Bahnradweg an und führt auf durchgehend gut asphaltierter Strecke bis zum Ortseingang von Billerbeck. Sie umgeht die starke Steigung, die die Landstraße zwischen den beiden Orten aufweist. Die Straße ist für Anliegerverkehr und landwirtschaftliche Fahrzeuge freigegeben.

An allen Kreuzungen besteht Vorfahrt für den Verkehr auf der Fahrradstraße. Stop-Schilder und Markierungen auf der Straße sorgen für erhöhte Sicherheit.

Von Eggerode nach Darfeld

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Die Fahrradstraße verbindet auf einem 1,5 km langen Teilstück die Orte Darfeld und Eggerode. Die Straße ist nur für Anlieger freigegeben und es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Schilder auf beiden Straßenseiten und ein Piktogramm auf dem Asphalt weisen deutlich darauf hin, dass Fahrräder hier Vorrang haben.

Am Beginn klärt ein Schild über die Regeln auf der Fahrradstraße auf.

Fußnoten

  1. Radverkehrskonzept Kreis Steinfurt, Seite 94, PDF-Datei
  2. Entlang der L579 von Laer nach Horstmar ist der Neubau eines Radwegs in Planung. Laut Aussage von Straßen.NRW von Januar 2026 ist die Umsetzung jedoch noch nicht terminiert. Westfälische Nachrichten vom 07.01.2026, S. 18, "Querungshilfe bleibt 'dickes Brett'"
  3. Beispielsweise lässt sich ab der Einmündung der Straße Lange Flagge auf diese Weise eine Entfernung von etwa 600m auf dem Weg nach Horstmar einsparen.
  4. Im Gegensatz dazu belastet ein einziger PKW eine Straße so stark wie 160.000 Radfahrer. Vierte-Potenz-Gesetz bei Wikipedia

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